Freitag, 18. Juni 2010

Das WM Wochenende

WM 8. Tag
Endlich wieder ein Deutschland-Spiel, dieses Mal gegen Serbien. Trotz weniger idealen Zustandes des Rasens, findet die deutsche Elf schnell ins Spiel und geht bereits nach 15 Minuten mit 1:o (Klose) in Führung. Serbien gleicht jedoch durch einen eklatanten Torwartfehler von Manuel Neuer noch vor dem Halbzeitpfiff aus. Tim Wiese wittert seine große Chance, zur Nummer 1 aufzusteigen und bereitet sich mit einem sofortigen Besuch im Solarium darauf vor. In der zweiten Halbzeit zeigt sich die deutsche Mannschaft extrem stark. Die einzige serbische Großchance wird von Neuer in einer Weltklasseparade abgewehrt. Gerüchte besagen, Tim Wiese wäre auf der Sonnenbank eingeschlafen und würde wegen Brandverletzungen behandelt. Nach einer starken Abwehrleistung und weiteren Toren durch Gomez und Cacau gewinnt die deutsche Elf das Spiel souverän mit 3:1. Deutschland jubelt.
Weiter geht es in Gruppe B mit der Partie Slowenien gegen die USA. Die US-Boys gehen nervös in das Match, nachdem die gewohnte Video-Botschaft seitens Präsident Obama die US-Mannschaft aufgrund technischer Probleme nicht rechtzeitig erreicht hat. Prompt häufen sich die Probleme auf dem Spielfeld. Die Slowenen hingegen treten nach ihrem 1:0 Sieg gegen Algerien selbstbewusst und mit breiter Brust auf. Die Grundstimmung der beiden Mannschaften spiegelt sich im Halbzeitstand – 2:0 für Slowenien – nieder. Doch das Bild nach der Halbzeitpause ist ein vollkommen anderes. Die US-Boys, die gerade noch mit hängenden Köpfen in die Kabinen verschwunden waren, kehren – beflügelt durch die endlich eingetroffene Botschaft ihres Präsidenten - erhobenen Hauptes auf das Spielfeld zurück und erzielen sogleich den Anschlusstreffer. Ob ihnen auch noch der Ausgleich gelingt, vermag das Orakel leider nicht vorauszusagen.
Schließlich dürfen am Abend auch noch die Engländer gegen Algerien ran. Alle, bis auf Englands Torwart, wollen nun endlich ihr wahres Gesicht zeigen (dem Torwart gelang dies ja schon in der ersten Partie hervorragend). Großes Highlight der Partie wird ein Flitzer, der für mehr Anerkennung von rothaarigen Briten in Russland protestiert. Er kann erst festgenommen werden, als er sich an David Beckham festklammert. Dieser zieht sich daraufhin für einen kurzen Styling-Check in die Katakomben zurück und kehrt erst kurz vor Spielschluss zurück auf die Ersatzbank. Ansonsten lässt sich im Großen und Ganzen nur berichten, dass sich England im Vergleich zum ersten Spiel steigern kann und deshalb verdient mit 2:0 gewinnt. Die Queen reagiert auf den ersten Sieg der Engländer mit einem Emotionsausbruch („Well done“). Englands Fans beginnen Schlägereien im ganzen Land. Das Land ist glücklich.
Die Schweizer Post verzeichnet eine ungewöhnliche hohe Versanrate von Paketen in Richtung Südafrika. Nachdem die südafrikanischen Fans mit Erstaunen die Fan-Gesänge während der Partie Frankreich gegen Mexiko vernommen und für sich entdeckt haben, geht der Vuvuzela Absatz 22,12 % zurück.

Aufgrund technischer Schwierigkeiten kann das Orakel für den 9. und 10. WM Tag nur folgendes vorhersagen:
Nach der Auftaktniederlage gehen die Socceroos mit einer gehörigen Portion Mut, Motivation und Kampfgeist in das Spiel gegen Ghana. Gestärkt durch eine Extra-Portion Veggiemite gelingt es Australien, in Führung zu gehen und das 1:0 in die Halbzeit zu retten. Ghanas Mannschaft holt sich durch einen gemeinsamen Motivationstanz in der Kabine neue Kraft. Kaum zu glauben, aber wahr, schon in der 62. Minute führt Ghana mit 2:1. Doch die Australier lassen nicht locker und werden in der 82. Minunte mit dem Ausgleich belohnt. Ghana und Australien trennen sich also 2:2.
Italien verliert verständlicherweise gegen die Kiwis mit 4:1. Wird das Orakel jedoch ohne Vorurteile gegenüber der Squadra Azzurra. Der 20.06. wird daraufhin in Neuseeland zum Nationalfeiertag ausgerufen. Schuld an der Niederlage hat allein der Ball, denn ansonsten haben die Italiener aus eigener Sicht ein gutes Spiel gemacht. Berlusconi erhöht die Siegprämie auf € 350 000 pro Spieler, die Spielermamas und Spielerfrauen werden in einer nationalen Mission nach Südafrika eingeflogen, da die Telefonkosten überhand nehmen..
Wie die Spiele Niederlande gegen Japan, Kamerun gegen Dänemark und Slowakei gegen Paraguay enden, steht in den Sternen. Es ist lediglich eine leichte Tendenz zu einem holländischen Sieg über Japan feststellbar.
Die Brandverletzungen von Tim Wiese erweisen sich als schlimmer als angenommen. Hans-Jörg Butt wird daraufhin zur unumstrittenen Nummer zwei erklärt. Thierry Henry kündigt nach seiner Nichtberücksichtigung im Spiel gegen Mexiko offen einen möglichen Wechsel zum Handball an.

Donnerstag, 17. Juni 2010

WM 7.Tag

WM 7. Tag
Der Tag beginnt mit dem Duell der Sieger der ersten beiden Partien der Gruppe B: Argentinien gegen Südkorea. Beflügelt von ihrem Sieg über die Griechen, wittern die Südkoreaner ihre große Chance aufs Weiterkommen und kämpfen mit vollem Einsatz um ein Unentschieden gegen den großn Favoriten. Erst in der zweiten Hälfte gelingt es Argentinien daher, die südkoreanische Abwehrmauer zu durchbrechen. Demoralisiert durch zwei Messi Traumtore in der 55. und 63. Minute, bricht die südkoreanische Moral zusammen, so dass Milito schließlich noch zum 3:0 erhöht. Argentinien sieht sich in seiner Mission „Es wird endlich wieder Zeit für einen Titel“ bestätigt.
Es folgt folglich das Match der Verlierer der Gruppe B: Griechenland gegen Nigeria. Beide Mannschaften sind aufgrund des Endspielcharakters der Partie hoch motiviert und versuchen in ihrem persönlichen Endspiel alles zu geben. Nach einem furiosen Start mit Torchancen auf beiden Seiten, rennen sich sowohl Nigeria als auch Griechenland im weiteren Verlauf des Spiels leider fest. Die Partie endet mit einem 1:1. Beide Tore werden letztlich aus einer Standardsituation heraus erzielt. Der Unmut über Trainer Rehagel in Griechenland steigt. Auch die Super Eagles sind mehr als unzufrieden. Nach dem 3. Platz beim letzten Afrika Cup hatte man sich mindestens den Einzug ins Achtelfinale erwartet. Rabiu Afolabi von Red Bull Salzburg stellt Kontakte zum Sponsor seines Vereins her, um Nigeria für das Spiel der Spiele gegen Südkorea zu beflügeln.
Schließlich treffen in der Abendpartie des 7. WM Tages Frankreich und Mexiko aufeinander. Die Mexikaner gehen gestärkt in die Partie, nachdem nun alle Spieler die Zeichen für eine lautlose Verständigung bei Vuvuzela Dauerbeschallung auswendig gelernt haben. Thierry Henry soll sich am Nachmittag noch spirituelle Kraft durch ein Telefonat mir Maradona eingeholt haben, in dem es um Gottes unerklärliche Wege ging. Als man of the match wird nach Ende des Spiels Frank Ribery ausgezeichnet, welcher ein überragendes Spiel abliefert. Allerdings geht keine seiner 12 Großchancen ins Netz. Stattdessen nützt Mexikos Carlos Vela seine einzige 75 %ige Chance und verwandelt zum Endstand 1:0. Frankreich engagiert daraufhin 3000 Vuvuzela Tröter, um sich unter realen Bedingungen auf sein Endspiel gegen Südafrika vorbereiten zu können.
Der weltweite Kuhglocken-Absatz steigt an diesem 7. WM Tag um 13,62 %, der Schwarzmarkt-Preis für eine original, bereits von einer schweizerischen Kuh getragenen Glocke sogar um das 7fache des Normalpreises. Vor allem in Südafrika selbst interessiert man sich für diese Schweizer – Wunderwaffe, mit der man anscheinend sogar einen Sieg gegen den Europameister erzaubern kann.

Dienstag, 15. Juni 2010

WM 6. Tag

WM 6.Tag
1. Spiel: Honduras oder Chile?
Obwohl die Sympathiewerte eindeutig auf der Seite Honduras liegen - Honduras punktet mit immer wiederholten Aussagen zu ihrer erst 2. WM-Teilnahme überhaupt und dem lang ersehnten Wunsch der gesamten Nation, nach den beiden Unentschieden und der Niederlage in Spanien 1982 auch endlich mal einen Sieg einfahren zu wollen und dürfen. Zusätzlich zieht der Mitleidsfaktor, nachdem ihr Mittelfeld-Ass Julio César de León verletzungsbedingt ausfällt und sein „Ersatzmann“ Jerry Palacios die Anreise aus Honduras nicht rechtzeitig schafft. Chile hingegen steht nach den Doping-Gerüchten um Stürmer Humberto Suazo eher in einem negativen Licht – obwohl also die Sympathiewerte eindeutig auf der Seite Honduras liegen, gewinnt Chile dennoch glücklich mit 1:0.

2. Spiel: Spanien gegen die Schweiz.
Spanien, das Land, das dieses Jahr auf keiner Favoritenliste fehlt und sogar als bestes Team der Welt gehandelt wird, gegen die Schweizer Eidgenossen, die bei der letzten WM vor allem durch ein Elfmeterschießen ohne verwandelten Elfmeter aufgefallen sind. Wie wird diese Partie wohl enden? Natürlich 2:2. Der große Favorit enttäuscht von Nervosität geplagt, die Schweizer gehen wie von Trainer Hitzfeld gefordert läuferisch an ihre Grenzen und trumpfen mit einem überragenden Tranquillo Barnetta auf.

3. Spiel: Südafrika gegen Uruguay.
Gerüchte, die den südafrikanischen Sangoma mit Uruguay in Verbindung bringen, halten sich den ganzen Tag. Um einer eventuellen Verschwörung zu entgegnen, decken sich die Bafana Bafana Fans mit zusätzlichen Vuvuzelas ein. Der Absatz steigt daraufhin um 36, 234 Prozent. Eine reibungslose Übertragung der Partie ist daraufhin nicht mehr möglich, da die Kommentatoren ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen. Auch das Filtersystem der deutschen Fernsehteams versagt kläglich. Südafrika lässt sich zu einem 1:0 Sieg tröten, der südafrikanische Sangoma atmet auf. Der uruguayische Statistik- Spezialist Prof. Dr. Dr. José Julio Maria Enrique Vazquéz de la Plata kündigt eine sofortige Neuberechnung seiner Statistiken an. Uruguays Team tut nun alles, um seine Chance auf das Weiterkommen ins Achtelfinale zu wahren. Die Mannschaft teilt sich selbstlos in zwei Gruppen auf, deckt sich mit Vuvuzelas ein und will kraft ihres Willens Mexiko und Frankreich zu einem Unentschieden tröten. Der Vuvuzela Absatz steigt um weitere 7,82431 Prozent.

Montag, 14. Juni 2010

WM 5. Tag

WM 5. Tag
Los geht’s morgen mit Neuseeland gegen die Slowakei. Gut, was soll ich dazu sagen – ich muss zugeben, mit beiden Teams kenn ich mich nun nicht wirklich aus. Die Slowakei wird aber mit 2:1 gewinnen.
Interessanter wird es schon bei der Nachmittagspartie, Elfenbeinküste gegen Portugal. Die große Frage ist und bleibt, ob Didier Drogba zum vermeintlichen Spiel um Platz 2 der Gruppe G schon wieder fit ist. Christiano Ronaldo, der seinen Trainer Carlos Queiroz zuvor noch mit seiner Aussage zur Wahrscheinlichkeit von Drogbas Einsatz beeindruckt hatte („Die Elfenbeinküste wird in jedem Fall mit elf Spielern auflaufen.“), zieht sich kurz vor Spielbeginn dessen Zorn zu. Grund ist die verspätete Ankunft des teuersten Spielers der Welt zum Aufwärmen vor der Partie („Ich hatte mein Spezial-WM-Haargel im Quartier vergessen und musste deswegen noch einmal in meiner Luxus-Privat-Limousine zurück“). Prompt muss er völlig überraschend auf der Bank Platz nehmen und wird erst in der 25.Minute eingewechselt. Ronaldo verweigert daraufhin seinen Dienst und schießt mit Absicht kein Tor. Portugal geht dennoch in der 63. Minute in Führung (Torschütze Deco). Um dieses wichtige Spiel nicht verloren zu geben, bringen die Iberer in der 79. Minute doch noch den angeschlagenen Drogba, der nur 42 Sekunden später den Ausgleich verwandelt.

20.30: Brasilien gegen Nordkorea. Brasiliens TV –Übertragung beginnt schon eine halbe Stunde früher als geplant mit einer Sondersendung – angeblich soll Ronaldinho ein weiteres ganzes Kilo abgenommen haben – Brasiliens Präsident da Silva spricht sich daraufhin noch einmal für eine Nachnominierung aus („Es wird sich doch wohl jemand finden, der sich verletzten kann“). Doch Trainer Dunga bleibt hart („Auch wenn die Selecao nur noch aus 21 Mann besteht, werde ich ihn nicht nachholen“). Die Motivation bei Nordkorea dagegen ist besonders hoch. Landesvater Kim Jong Il hat jedem Spieler für das Erreichen des Achtelfinales eine DVD aus seiner ganz persönlichen Sammlung als Prämie versprochen. Trotz allem Bemühen bleibt Brasilien jedoch die überlegene Mannschaft. Nachdem Kaká in der 1.Halbzeit bereits 2 Chancen verwandelt hat, tut sich die Selecao in der 2. Halbzeit schwer mit dem Tore schießen. Lucio platzt in der 75. Minute der Kragen. Ohne Vorwarnung und trotz Verbots des Trainers stürmt er über das gesamte Spielfeld und verwandelt zum Endstand 3:0.

P.S.: Liebes ZDF, wenn ihr nur aufgrund von mangelnden Personalalternativen keine Konsequenzen aus der verbalen Entgleisung von Frau Müller Hohenstein ziehen wollt und könnt, würde ich mich absolut selbstlos und ohne jeden Hintergedanken als kompetenten Ersatz anbieten. Bei Bedarf dürft ihr euch also gerne bei mir melden.

Sonntag, 13. Juni 2010

WM 4. Tag

WM – 4.Tag
Die Welt ist immer noch beeindruckt vom sensationellen Start der deutschen Mannschaft, da beginnt auch schon der 4. WM – Tag.
Nachdem die Oranje Fans sich die letzten drei Tage noch Ausreden aus den Fingern ziehen mussten, warum sie im Heineken Haus feiern könnten, sind sie heute endlich sogar dazu verpflichtet, denn es steht das erste Spiel der niederländischen Mannschaft an. Die Holländer verstehen sich allerdings so gut mit ihren netten Gegnern, den Dänen, dass sie sich freundschaftlich auf ein Unentschieden einigen. Sollte es denn Holländern allerdings doch aus Versehen passieren, dass sie gewinnen, weil absolut unbeabsichtigt Arjen Robben nach einer Wunderheilung eingewechselt wird, wird die komplette dänische Mannschaft natürlich selbstverständlich ins Heineken Haus eingeladen.
Kaum ist die europäische Freundschaftspartie vorbei, treffen auch schon Asien und Afrika in Form von Japan und Kamerun aufeinander. Inspiriert durch den Austragungsort Südafrika greift auch Japan zu neuen, eher unkonventionellen Mitteln: bei einer Niederlage wird der japanische (und wirklich japanische) Nationaltrainer Takeshi Okada den schlechtesten Spieler der Partie küren, welcher sich einer Trainingseinheit mit einem extra eingeflogenen Sumo-Ringer unterziehen muss. Die Japaner rennen daher um ihr Leben und können bis zur 82. Minute auch ein 1:1 halten, doch Eto`o – immer noch euphorisiert durch den Triple Gewinn und zusätzlich motiviert vom beeindruckenden „Heimvorteil“ - erzielt kurz vor Schluss mit einem sensationellen Hakentrick den Siegtreffer für die unzähmbaren Löwen. Favorit für den Sumotanz ist Marcus Tulio, der bei Eto`os 2. Tor weniger gut aussieht. Er ist nach dem Spiel zu keinerlei Statements bereit.
Brüller des Tages ist natürlich der Torjubel Eto`os, der nach beiden Treffern einen Löwen imitiert.
Zur dritten Partie des Tages ist mir aufgrund der Beteiligung Italiens keine objektive Vorhersage möglich - Paraguay wird über sich hinauswachsen und Italien mit 4:1 besiegen. Zurück im Mannschaftsquartier telefonieren alle italienischen Nationalspieler durchschnittlich 2 Stunden 21 Minuten mit ihren Mamas. Diese packen daraufhin sofort Notfallpakete mit heimischen Spezialitäten, welche in einer nationalen Mission mit einer Sondermaschine der Allitalia in Richtung Südafrika entsandt werden. Berlusconi erhöht zudem die Prämie für den erneuten Titelgewinn persönlich auf €300 000. Die dafür zusätzlich erforderlichen finanziellen Mittel sollen vom Bildungsetat abgezogen werden. Das italienische Volk jubelt - wer nicht jubelt, wird einfach nicht im Fernsehen gezeigt. Beflügelt durch das hohe Maß an Liebe, das ihnen aus ihrem Heimatland entgegengebracht wird, vergessen die italienischen Nationalspieler ihre Auftaktniederlage und glauben mit gewohntem Selbstbewusstsein an die Titelverteidigung. Forza Italia!
Das einzige italienische Tor erzielt Gianluigi Buffon per Foulelfmeter.
Übrigens, ihr wundert euch, warum kein einziger Spieler von Inter Mailand mit zur WM genommen wurde, wo die Mannschaft doch dieses Jahr das Triple geholt hat? – Das ist kein Wunder, denn Inter bevorzugt es zumeist, ohne Italiener auf dem Platz zu stehen.

Der Vuvuzela-Absatz sinkt um 4,25 %, der Absatz der Vuvu-Stops(Ohrenstöpsel) dagegen steigt um 7,88 % - Trendforscher sagen aber einen weiteren explosionsartigen Anstieg der Vuvu-Stops voraus, da sich deren Einsatzmöglichkeit auch gegen nervige Ehefrauen bisher noch nicht verbreitet hat.

PS: Den Wert des Tores von Miro Klose mit einem inneren Reichsparteitag zu vergleichen? Vielleicht sollte ich mich nicht um den Posten von Waldemar Hartmann bei der ARD, sondern besser um den von Frau Müller Hohenstein beim ZDF bewerben.

Freitag, 11. Juni 2010

WM 1. Tag

WM – 1. Tag

14.ooUhr: Endlich. Die Übertragung beginnt. Netzer und Delling duellieren sich gleich zu Beginn der WM in Höchstform. (Delling: Ihre Frisur sitzt wie immer perfekt; Netzer: Im Gegensatz zu Ihrer…Delling: Südafrika ist nicht Holland…Netzer: Das Sie das bemerkt haben…).

16.00 Uhr: Das erste WM-Spiel beginnt. Kurz vor Schluss führt Mexiko mit 2:1, doch durch eine vereinte Vuvuzela-Attacke der südafrikanischen Fans gelingt der Bafana Bafana in letzter Minute der Ausgleich. Südafrika steht trotz des verpassten Ziels, gleich einen Sieg im ersten Spiel einzufahren, Kopf und feiert 5 Tage bis zum nächsten Gruppenspiel durch. Auch Südafrikas Sangoma atmet auf: Ihm wird für das Spiel der Südafrikaner gegen Uruguay eine zweite Chance gewährt. Der weltweite Vuvuzula Absatz steigt um 5 %.

20.30 Uhr: Uruguay – Frankreich. Thierry Henry macht sich durch ein Interview, in dem er Diego Maradona zu seinem neuen Vorbild ernennet und verlauten lässt, dass er sich alle Spiele Argentiniens der WM 1986 auf DVD angesehen hat, verdächtigt. In der 54 Minute fällt Henry jedoch nach einem Foul auf seinen Arm. Trainer Raymond Domenech wechselt ihn daraufhin sofort mit der Begründung „Wir können uns für den weiteren Verlauf der WM keinen Henry mit gebrochenem Arm leisten“ aus. Das Spielt endet ebenfalls unentschieden. Uruguay beunruhigt das wenig, sie halten an ihrer Spaßfußball-Taktik fest, denn laut Berechnungen des renommierten uruguayische Statistik- Spezialisten Prof. Dr. Dr. José Julio Maria Enrique Vazquéz de la Plata wird Uruguay bei der diesjährigen WM sicher zum 3. Mal Weltmeister. Um ganz sicher zu gehen hat Uruguays Trainer Oscar Tabárez zudem schon einmal Kontakt zu Südafrikas Sangoma aufgenommen. Man kann ja nie wissen… Die Nacht in Südafrika endet mit Straßenfesten im ganzen Land. Die Welt blickt gespannt auf den 2. Tag der WM.
Der Vuvuzula-Absatz in Südafrika steigt um 12,5 %.

Montag, 23. November 2009

Regina Reisebogen oder wie ich auszog,um eine Reise zu begehen

Mitte November wurde die "didaktische Aktivität" in den Politikwissenschaften hier in Trieste unterbrochen, um Examen abzuhalten. Wer da welche Examen abhielt und wer die ablegen musste, war mir eigentlich relativ egal, ich jedenfalls nicht. Und was macht man, wenn man eine Woche keine Uni, sondern frei hat? Richtig, man schwänzt den Italienischkurs und unternimmt eine Reise.

Meine Reiseroute lautete daher: Trieste-Venedig-Verona-Brenner-Innsbruck (längerer Aufenthalt)-München-Freising (Aufenthalt, unplanmäßig verlängert)-Kleinaitingen (längerer Aufenthalt mit Ausflügen nach Augsburg und zum Volleyballspieltag in Friedberg)-Landsberg-München (für Kurzaufenthalte)-Venedig-Trieste. Es kann also losgehen, meine Damen und Herren bitte anschnallen, Rettungswesten befinden sich unter dem Sitz.

Weil ich das mit dieser Unterbrechung der didaktischen Aktivität schon relativ früh mitbekam, seit Neuestem eine studierende Freundin in Innsbruck habe, zudem genau ein Volleyballspiel in dieser Woche anstand und ich dann auch noch mit einer großen Portion Glück ein Super-Spar-Ticket für den Nachtzug München-Venedig fand (€ 23!!!), beschloss ich, die studierende Freundin in Innsbruck zu besuchen, dann mit einem kleinen Umweg über Freising (Schwester besuchen) nach Hause nach Kleinaitingen zu reisen, dort ein Volleyballspiel zu absolvieren, um dann schließlich mit meinem Super-Spar-Ticket nach Italien zurückzukehren.

Für den Hinweg nach Innsbruck gab es leider kein so tolles Super-Spar-Ticket bzw. eigentlich bietet auch die italienische Bahn günstige Tickets an, da ich aber schon vorher alles mögliche durchgerechnet hatte und mir das italienische Sparangebot zu teuer war, entschied ich mich statt mit dem Zug von Venedig direkt nach Innsbruck durchzufahren, lieber auf die Regionalzüge von Trenitalia zu setzen, zusätzlich zweimal umzusteigen und dadurch ganze €15 zu sparen. Ja mei,ge, ich bin halt doch a kleiner Schwabe...

Aber gut, das mit dem Umsteigen machte gar nix, das klappte nämlich ausgesprochen gut und Zeit hatte ich ja auch, so dass ich ruhig mal ein wenig durch Italien bummeln und mir die Gegend anschauen konnte...Und ja, ihr ahnt schon richtig, da war doch was mit diesen Alpen...

Während ich die Fahrten von Trieste nach Venedig und von Venedig nach Verona mit Schlafen verbracht hatte, vertrieb ich mir die Zeit auf dem Weg von Verona zum Brenner damit, aus dem Fenster zu schauen und all das, was ich da draußen sah, immer toller zu finden, denn Stück für Stück kamen wir Südtirol näher und drangen schließlich immer weiter in Südtirol ein - was gleichzeitig bedeutete, dass es immer mehr Berge zu sehen gab und diese samt ihren weißen Gipfeln immer näher kamen.

Bozen, Klausen, Brixen, Franzensfeste, Sterzing.... draußen war es grau, es regnete ab und an und es wurde auch schon langsam dunkel -aber mir gefiel die Gegend so gut, dass ich nicht aufhören konnte, nach draußen zu blicken und mich zu freuen. Und warum ich die Alpen gerade jetzt plötzlich so toll finde und warum genau - ich kann es nicht sagen, aber auch dieses Mal war ich wieder von ihnen fasziniert und sie taten ihr übriges, um mich nicht nur restlos von Südtirol, sondern auch von Tirol und insbesondere Innsbruck zu begeistern, wo sie in Höchstform aufliefen und -ringsherum um die ganze Stadt - in der Sonne glänzten.



Innsbruck gefiel mir aber auch so sehr gut - eine kleine, nette Sadt mit einem hübschen, historischen Stadtkern, leckerem Essensangebot (von Topfenstrudel über Schlutzkrapfen bis hin zu Schokoladenkuchen) und - natürlich - einem der tollsten Dialekte überhaupt: Tirolerisch.
Zudem war da ja auch noch meine nette, in Innsbruck studierenden Freundin, die mit mir eine tolle Stadtführung unternahm, mich kulinarisch verwöhnte (Glühwein, Weißwurschtfrühstück) und mit der ich einfach eine super Zeit verbrachte, bevor ich dann nach zwei Tagen weiter Richtung München und Freising fuhr.

Und da war ich dann also, wieder daheim, in Bayern und natürlich freute ich mich, aber trotzdem war da dieses befremdliche, komische Gefühl. Da hatte ich mich gerade in einem anderen Land auf eine fremde Kultur eingelassen, mich dort zurecht gefunden und eingelebt und dann stand ich plötzlich wieder am Münchner Bahnhof, wo ich schon sooft war und auch so gerne bin, alles war so bekannt und vertraut und doch irgendwie ein wenig fremd. Genauso ging es mir auch ein paar Tage später, als ich vor meiner Rückreise für einen Kurzbesuch in "meiner/unsrer" Münchner Wohnung war. Na klar, auch wenn mein Zimmer im Moment untervermietet ist, es ist doch mein zu Hause in München und bis auf ein paar kleine Veränderungen konnte ich die WG auch wiedererkennen, aber es hat sich nicht so angefühlt, wie immer.

Aber gut, ich konnte meine freien Tage in Freising, bei meiner Schwester und schließlich, zu Hause, bei meiner Familie, trotz allem sehr gut genießen. Kartoffelsalat, Schweinebraten und Geschnetzeltes von meiner Mama, Weißwürste und Brezen, Frühstücken mit meiner besten Freundin, einfach Zeit zu Hause verbringen...und das alles bei Sonnenschein und 15-20° - wie sollte ich mich da nicht wohl fühlen.
Noch dazu kam der Volleyballspieltag, bei dem wir beide Spiele gewannen und ich einen riesen Spaß am Spielen hatte -trotz fast halb-jähriger Trainingspause.

So packte ich am Ende meiner Reisewoche schließlich zufrieden mit der Welt meinen Rucksack (mit dabei eine Leberspätzlesuppe, ein Adventskalender und Vollkornbrot), besuchte noch schnell meine Oma und wie schon erwähnt meine Münchner Wohnung inklusive Super-Mitbewohner, bevor ich schon wieder am Münchner Bahnhof stand und dieses Mal nicht nur die Leute beobachtete, die mit dem Nachtzug Richtung Venedig/Rom reisen sollten, sondern selbst den City Nightliner bestieg, um wieder "heim" nach Italien zu fahren - auch in diesem Moment sollte mich ein komisches Gefühl beschleichen, was sich aber spätestens verflüchtigte, als wir einen Zwisschenstopp in Innsbruck einlegten und ich mich schwer beherrschen musst, um nit einfacb aus dem Zug zu hüpfen und da zu bleiben.

Die Reise selbst war etwas anstrengend, da ich dank einiger Mädels, die nachts um halb zwei in meinen Abteil Platz nahmen und meinten, sie müssten noch die neuesten Neuigkeiten bis ins Detail bereden, zu keinerlei Schlaf kam. Zudem hatten sie auch noch kein Ticket gekauft und waren der Meinung, sie müssten mit dem Schaffner über vier Euro, die sie nicht bereit waren, zu zahlen, diskutieren, bis dieser schließlich das Telefon zückte, um die Polizei an der nächsten Haltestelle zu informieren und eines der Mädchen plötzlich doch noch zufällig einen 50-Euro-Schein fand, mit dem sie den Restbetrag zahlen konnte.

Nun gut, auch wenn diese lustige nette Reisegruppe mir den Schalf raubte, so verschaffte mir ihre ungewöhnlich witzige 4-Euro-Einlage doch einen unverhofft langen Blick auf den wohl sexiest Schaffner der italienischen Bahn!!!...so dass ich, als die weibliche Kabarettgruppe den Zug in Verona verließ, um andere Leute mit ihren Aufführungen zu beglücken, zufrieden für zwei Stunden schlafen konnte, um dann nach einem Aufenthalt in Venedig, einem italienischen Frühstück und schließlich nach 13-stündiger Reise wieder in Trieste anzukommen, welches mich mit seinem entzückenden Grau und ein wenig Nieselregen willkommen hieß.



P.S.: Suche netten, charmanten und witzigen Tiroler/Südtiroler zwischen 24 und 28 zum Heiraten. Du solltest am besten Dialekt sprechen, fesche Wadeln haben und nicht unbedingt rothaarig und klein sein (ich entschuldige mich schon jetzt für diese diskriminierende Einschränkung). Falls sich da keiner finden sollte, kann sich auch gern der italienische Schaffner aus dem Nachtzug bei mir melden.